Eigenmann Unternehmenskommunikation

Medienkonferenz in Crans-Montana. www.nzz.ch

Juristische Rechtfertigungen gehören in den «Giftschrank» der Krisenkommunikation

Die gestrige Medienkonferenz wurde zu einem Super-GAU für die Gemeindeverantwortlichen von Crans-Montana. Mit 40 Toten und über 100 mit teils schwersten Verbrennungen für’s Leben gezeichneten Jugendlichen ist es offensichtlich, dass die Barbetreiber und die Behördenverantwortlichen versagt haben. Sich als Gemeindeverantwortliche an einer Medienkonferenz hinter juristischen Spitzfindigkeiten zu verstecken, muss den Opferfamilien wie Hohn vorkommen.

Folgendes hätte ich erwartet:

1. ) Moralische Verantwortung übernehmen & unabhängige Untersuchung einleiten

Ja, unser Kontrollsystem hat versagt. Zum heutigen Zeitpunkt wissen wir noch nicht, wieso die Bar «Le Constellation» letztmals 2019 kontrolliert wurde und wieso nicht jährlich. Wir von unserer Seite haben deshalb eine unabhängige Untersuchung u.a. zu den Abläufen/Verantwortungen innerhalb der Gemeinde Grans-Montana in die Wege geleitet.

2.) Sofortmassnahmen benennen

Welche Massnahmen werden umgehend umgesetzt, damit ab heute punktuell Nachkontrollen durchgeführt werden? In welchen Betrieben finden diese statt (Priorisierung gemäss grösstem Gefahrenpotential/Eintrittswahrscheinlichkeit nach den ersten Erkenntnissen)? Bis wann und in welchem Umfang werden diese durchgeführt?

Die Gemeinde Adelboden und die Stadt Lausanne handeln richtig: SRF-Beitrag, 10vor10, 5.1.2026

 3.) Mittelfristmassnahmen benennen

Was plant die Gemeinde über die gesetzlichen Vorgaben hinaus, um künftig solche Brandkatastrophen zu verhindern?

Hinstehen und die moralische Verantwortung übernehmen, wäre enorm wichtig gewesen – für die Beurteilung der juristischen Verantwortung werden später die Gerichte zuständig sein.

NZZ-Kommentar von Matthias Sander

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